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Reise der Hoffnung

Xavier Koller, Suisse, France, Turquie, GB, 1990o

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Septembre 1988. Haydar et Meryem, un couple turc, s'apprêtent à quitter un petit village de montagne, situé dans le sud-est du pays, avec Mehmet Ali, le plus dégourdi de leurs huit enfants. Le voyage vers l'espoir doit les sortir de leur pays pauvre et les mener dans ce pays nanti qu'est la Suisse. Pour payer son voyage au paradis présumé, la famille a vendu tous ses biens. Arrivés en Italie, des passeurs conduisent les trois Turcs au col du Splügen, d'où ils se mettent en route pour la Suisse malgré le froid et la neige. Basé sur une histoire vraie, le film a été récompensé d'un Oscar du meilleur film en langue étrangère.

Dokumentarische Präzision, gepaart mit kühler Musik und symbolstarken Bildern machen den Film zur Parabel über das Paradies Schweiz und seine Grenzen. Die Kurdenproblematik wird im Film nicht explizit angesprochen. Dennoch oder deswegen wirkt der Oscar-gekrönte Film zeitlos aktuell.

Michel Bodmer

Ein «Fait divers», das sich 1988 am Splügenpass zugetragen hat, gab den Anstoss zu Xavier Kollers beklemmendem Spielfilm. Der tragische Fall eines türkischen Ehepaars, das beim Versuch, illegal in die Schweiz einzuwandern, seinen Sohn verliert, hat den Schwyzer Regisseur nicht zu einem plumpen Rührstück verführt; ohne exakt rekonstruieren zu wollen, folgt er weitgehend unprätentiös und nur zuweilen etwas plakativ den Stationen auf einer Reise der bitteren Desillusionierung, die eine nachhaltige Anteilnahme weckt.

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Galerie photoso

Washington Post, 16/05/1991
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rogerebert.com, 09/05/1991
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Locarno International Film Festival, 11/08/2016
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04/04/1991
Drei von sehr vielen

Xavier Kollers Oscar-prämierter Film Reise der Hoffnung

De Peter Buchka 

Im Schlepptau einer spektakulären Auszeichnung kommt ein Film in unsere Kinos, dem man dort wohl sonst — trotz anderer Preise wie dem Bronzenen Leopard des Festivals von Locarno — keine grossen Chancen hätte einräumen können: Xavier Kollers Reise der Hoffnung, den Hollywood gerade mit dem Oscar für den besten ausländischen Film des Jahres geehrt hat. In den europäischen Wohlstandsgesellschaften sieht man nämlich die Geschichte, die Kollers Film erzählt, gar nicht so gern: wie Fremde aus wirtschaftlich und kulturell zurückgebliebenen Regionen sich in den Paradiesen des Reichtums eine neue Heimat suchen.

Im klassischen Einwanderungsland Amerika haben vergleichbare Schicksale natürlich Tradition. Wie Anthony Mann und Robert M. Young haben viele die Leiden einreisewilliger Mexikaner beschrieben; Joan Micklin Silver und Barbra Streisand zeigten die Sehnsucht ostjüdischer Frauen nach Emanzipation. Der Klassiker dieses Genres ist natürlich Amerika, Amerika, mit dem Elia Kazan für seine anatolischen Vorfahren den Dank an ein grosszügiges Gastland abstattete. Dass Hollywood also ausgerechnet ein Einwanderungsdrama mit seiner höchsten Auszeichnung ehrte, ist darum nicht als Überraschung, eher als stille Reminiszenz an die Vergangenheit der Akademie-Mitglieder zu werten.

Bei uns sind solche Filme noch die Ausnahme. Zu sehr mahnen sie an eine massenhaft befürchtete Zukunft, obwohl doch das Problem seit mindestens einem Vierteljahrhundert dringende Gegenwart ist. Dass Menschen gegen alle Ängste und Bindungen ihre Heimat verlassen, ist denn auch ganz zurecht für Xavier Koller ein Zeitphänomen: „Noch nie waren so viele Leute unterwegs wie heute. Eine Völkerwanderung ist im Gange - weltweit. Man muss die althergebrachten Grenzen in Frage stellen.”

Die Furcht des Regisseurs

Das wäre in der Tat ein grosses Vorhaben gewesen. Im Film allerdings löst es Koller nicht ein, weil er aus lauter Furcht, in ein politisches Thesenstück hineinzurutschen, am Ende sich zu gar keiner These mehr verstehen kann. Er klammert sich, was im Prinzip richtig und ehrenwert ist, an die drei Menschen, deren schwere Reise er beschreibt. Eine Postkarte aus der Schweiz bringt den armen Bauern Haydar auf den Gedanken, den harten Boden seiner Heimat zu verlassen: „Aus den Eutern deiner Ziegen würde hier Butter fliessen."

So macht er sich auf mit seiner Frau Meryem und dem siebenjährigen Sohn Mehmet Ali, um für seine Familie das Glück zu finden. Es ist eine beschwerliche, teure und — was das Schlimmste ist – auch demütigende Reise, bevor die drei auf ihrer modernen Völkerwanderung vor dem Tor zum Paradies stehen. Es ist ein seltsames, schäbiges Tor, nämlich ein unwegsamer Gebirgspfad, auf dem geldgierige Schlepper die illegalen Immigranten ins Land ihrer Verheissung führen. Und der Schlüssel zu diesem Tor besteht aus den beiden einzigen Worten, die man den Neuankömmlingen beigebracht hat: „Politisch Asyl”.

Xavier Kollers opulent photographierter Film strotzt vor den vielfältigsten Motiven und Aspekten, die diese Problematik in sich birgt. Er erzählt darum gleich mehrere Geschichten. Aber das ist nicht unbedingt ein Reichtum seiner Erzählweise, sondern eher eine Unentschiedenheit. Man könnte auch sagen: er erzählt keine dieser möglichen Geschichten richtig. Sagen wir's moderater: er kann sich zu keinem Hauptaspekt entschliessen.

Der Grund dafür ist, dass er gespalten ist in seiner Sehweise. Soll er nun mit schweizerischen oder mit türkischen Augen auf das Geschehen blicken? So kommen Missverständnisse auf. Dürfen wir wehmütig werden vor der weiten Landschaft und den archaischen Riten der Dorfgemeinschaft, oder müssen wir Wut und Trauer empfinden angesichts der kärglichen Armut und der hinterwäldlerischen Rückständigkeit? Und was sollen wir von der saturierten Gutmütigkeit der Schweizer denken, die so gerne helfen und genauso gerne unter sich bleiben möchten?

Die aufregendsten Momente der Geschichte werden von Koller freilich nur flüchtig gestreift und dann unerledigt liegen gelassen: Wie der kleine Pascha in eine immer kläglichere Rolle gerät, je weiter er sich von seinem Dorf entfernt. Was sich seine stolze, stumme Frau über den Verlust seiner angemassten Autorität denkt. Wie der Junge das Existenzdrama seiner Eltern grossäugig als aufregendes Abenteuer betrachtet und doch darüber fast schon erwachsen wird.

Stattdessen hält sich Koller an die äussere Tragik des Geschehens und die ausdrucksstarken Gesichter seiner Protagonisten. Das genügt durchaus, um Mitleid, Rührung und Anteilnahme zu erzeugen. Aber das allein reicht noch nicht hin, um hinter der individuellen Tragik die Ursachen eines drückenden Zeitphänomens zu erkennen.

© Tous droits réservés Süddeutsche Zeitung. Fourni par Süddeutsche Zeitung Archiv
24/08/2016
© Tous droits réservés NZZ am Sonntag. Fourni par NZZ am Sonntag Archiv
Berner Zeitung, 14/05/2019
© Tous droits réservés Berner Zeitung. Fourni par Berner Zeitung Archiv
Interview mit Xavier Koller
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de / 13/07/2012 / 26‘39‘‘

Données du filmo

Autres titres
Voyage vers l'espoir FR
Journey of Hope EN
Genre
Drame
Durée
110 Min.
Langues originales
Allemand, Turc, Suisse allemand
Ratings
cccccccccc
ØVotre évaluation7,5/10
IMDB:
7,5 (1775)
Cinefile-User:
< 10 votes
Critiques :
< 3 votes

Casting & Equipe techniqueo

Nur SürerMeryem
Necmettin ÇobanogluHaydar Sener
Emin SivasMehmet Ali
PLUS>

Bonuso

iVidéo
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gPresse écrite
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