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Rien à déclarer

Dany Boon, France, 2010o

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Le douanier belge Ruben déteste les Français. Lorsque l'accord de Schengen abolit les contrôles douaniers aux frontières, un monde s'effondre pour lui. Mathias, le collègue français et ennemi juré de Ruben, est en proie à d'autres soucis. Il est amoureux de la sœur de Ruben et craint que son amour n'échoue à cause du patriotisme excessif de son collègue Belge. Il fait un plan pour convaincre Ruben.

Trois ans après le succès de Bienvenue chez les Ch'tis, Dany Boon, l'ami public n°1, est de retour avec une nouvelle comédie pleine d'humour, d'émotion et de savoureux numéros d'acteurs.

Julien Barcilon

Divertissement familial, dopé par une grosse campagne marketing, Rien à déclarer n'atteindra peut-être pas les sommets des Ch'tis, mais il a le potentiel pour attirer la grande foule. "Un passeport pour le succès", dirait un douanier.

Hubert Lizé

Bien qu'il soit à la fois auteur et tête d'affiche, Dany Boon est un comique partageur.

Aurélien Ferenczi

Boons grosses Können liegt in seiner Fähigkeit, glaubhafte und gleichzeitig urkomische Figuren zu schaffen und für diese die passenden Schauspieler zu finden. Das schmierige Ehepaar, das ein Restaurant führt, die talentlosen Drogenschmuggler, die Zöllner, die von der Technik überfordert sind – jede noch so kleine Rolle bietet Boon Stoff für Komik. Auch wer «Bienvenue chez les Ch’tis» nicht gemocht hat – doch, doch, das gibt es –, sollte sich «Rien à déclarer» auf keinen Fall entgehen lassen. (Auszug)

Murièle Weber

Galerie photoso

Le Point, 21/01/2011
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L'Express, 01/02/2011
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Le Monde, 24/01/2011
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28/07/2011
Rassismus ist nicht drollig

"Invasion der Camemberts": Der belgische Zollbeamte Ruben hält nichts von der Auflösung der belgisch-französischen Grenze. Und auch nichts davon, dass seine Schwester ausgerechnet in einen Franzosen verliebt ist. In Dany Boons neuem Film blüht der Fremdenhass. So richtig lustig ist das nicht.

De Rainer Gansera 

"Lieber Gott mache, dass es nie ein grenzenloses Europa gibt!" Voller Inbrunst murmelt Ruben (Benoît Poelvoorde) sein Stoßgebet. Er sitzt in der Kirche, und als ihm zur Bekräftigung ein "Niemals"-Schrei entfährt, bittet er seinen lieben Gott mit einem verschämten Lächeln, quasi komplizenhaft um Pardon. Gott weiß ja, dass Ruben die bevorstehende Öffnung der Grenze fürchtet wie der Teufel das Weihwasser. Ruben ist belgischer Zollbeamter in einem imaginären Nest namens Courquain an der belgisch-französischen Grenze. Das verhängnisvolle Datum, der 1. Januar 1993, rückt näher. Nach dem Schengener Abkommen muss der Schlagbaum entfernt werden, Ruben fürchtet die "Invasion der Camemberts". Für ihn eine apokalyptische Vision. Er hasst die Franzosen abgrundtief.

Sagt der Belgier: "Du Froschfresser!" Antwortet der Franzose: "Du Fritte". Kosenamen-Duell am Schlagbaum. Ruben kennt weit mehr Beleidigungen als sein französischer Kollege und Gegenspieler Mathias (Dany Boon). Der ist auch Zollbeamter, aber ein herzensguter Kerl, der auch noch einen besonderen Grund zur Zurückhaltung hat: er liebt die hübsche belgische Schokoladenverkäuferin Louise. Sie liebt ihn auch, nur ist sie leider Rubens Schwester, weshalb diese Liebe seit über einem Jahr geheim gehalten werden muss.

Mathias rührender Hundeblick ist das Markenzeichen des gelernten Stand-up Komikers Dany Boon, der hier wieder in dreifacher Funktion als Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller agiert. Diesmal liefert er Vorurteils-Klamauk im Grenzbereich, mit Aussicht auf Verbrüderungsmoral. Freilich hat man von Anfang an das beklemmende Gefühl, dass sich der Film an der Figur des rassistischen Rumpelstilzchens Ruben die Comedy-Zähne ausbeißen wird. So geschieht es dann auch.

Seit einiger Zeit zeigt sich in verschiedenen europäischen Ländern eine Tendenz zu aufwändig produzierten Kino-Komödien, die unter dem Vorwand bester Absichten (Völkerverständigung, Toleranz) die Grundformel der Konsens-Lustspiele aus den Sechzigerjahren wieder beleben: Slapstick plus Rührseligkeit. Es sind erstaunliche Erfolge darunter, Beispiel hierzulande: "Almanya-Willkommen in Deutschland". Ein Mega-Hit (über 20 Millionen Zuschauer in Frankreich) war "Willkommen bei den Sch'tis" (2008), Dany Boons Durchbruch als Feelgood-Filmer.

In "Nichts zu verzollen" mixt er ähnliche Ingredienzen: das Loblied auf die Provinz, den Witzgenerator von Kauderwelsch-Dialekten, die plakative Schlichtheit der Emotionen. Bei der ins Märchenhafte gezogenen "Sch'ti"-Story ging das mit dem herzigen Verbrüderungsprogramm ganz gut zusammen: Boon als radelnder Postbote, der sich in eine provinzielle Hölle versetzt glaubt, wird durch ein Wohlfühlbad von Wir-Gefühlen gezogen und darf sich solcherart von seinen Vorurteilen befreien. Hier aber will die fortwährend in Aussicht gestellte Verbrüderung nicht funktionieren.

Obwohl die Story alles Mögliche und Erprobte dafür zum Einsatz bringt. Sie hält nicht nur die schokoladensüße Liebesgeschichte parat, sie spannt auch nach der Grenzöffnung die beiden Feinde, die Freunde werden sollen, zu einem französisch-belgischen Patrouillen-Team zusammen. Im klapprigen R4 sind sie Drogendealern auf der Spur, Reminiszenz an das Komiker-Duo Bourvil & Louis de Funès: hier der herzensgute Kumpel, dort die ätzende Nervensäge. Gutmütigkeit und Sadismus - die beiden Seiten der Kleinbürgerseele. Drollig soll das aussehen, doch die Gags werden zunehmend platter geklopft und gehen hilflos ins Leere.

Boons Regie-Prinzip beruht darauf, alles ins Kauzige zu ziehen. Entsprechend lässt er sein Personal aufmarschieren: den superdicken Zöllner, der durch keine Autotür passt, den superdoofen Drogenkurier, den Schussel-Ehemann der geschäftstüchtigen Wirtin der "No Man's Land"-Bar - zentrale Drehscheibe der französisch-belgischen Begegnungen -, den fidelen Pudel, der zum Drogenschnüffelhund nicht taugt. Ruben aber ist eine derart gewalttätige, hasserfüllte, auf Demütigungen erpichte Figur, dass sie sich mit dem Prinzip Drolligkeit nicht einhegen lässt. Rassismus ist einfach nicht drollig.

Unfreiwillig, die eigenen toleranzpädagogischen Absichten konterkarierend, erzählt "Nichts zu verzollen" von der Übermacht des Ressentiments. In diesem vertrackten Sinn könnte man den Film als Kommentar zur aktuellen Europamüdigkeit und zu den jüngsten Rassismus-Exzessen lesen. Zum Finale beschert Dany Boon seinem Helden ein neues Hassobjekt: den chinesischen Nachbarn. Ruben beginnt, den Chinesen anzupöbeln. Auch das will uns "Nichts zu verzollen" noch als drolligen Gag verkaufen.

© Tous droits réservés Süddeutsche Zeitung. Fourni par Süddeutsche Zeitung Archiv
kurier.at, 04/12/2011
© Tous droits réservés kurier.at. Fourni par kurier.at Archiv
Tages-Anzeiger, 09/06/2011
Als ihn keiner kannte, mochten ihn alle

Mit «Bienvenue chez les Ch’tis» gelang dem Komiker Dany Boon ein Welterfolg. Wie soll er dagegen bestehen? Und wird sein neuer Film untergehen?

De Jean-Martin Büttner 

Räumt er wieder ab? Und ab wie vielen Eintritten kann er sich als Wiederabräumer feiern lassen? Oder droht ihm jetzt das anhaltende Nichtabräumertum? Und selbst wenn Dany Boon mit seinem neuen Film «Rien à déclarer» wieder abräumt, nicht nur in Frankreich oder Belgien, an deren Grenzen die Geschichte zweier ungleicher Zöllner spielt: Hat sein Film das Abräumen verdient? Und falls nicht: Wurde der mit seinem letzten Film Abräumende überschätzt, hat er seither nachgelassen, ist er überheblich geworden, hat er sich wiederholt, machte er es nicht allzu einfach, hat man es nicht kommen sehen?

«Fera-t-il un tabac?»

Das sind die Fragen, mit denen Dany Boon in den nächsten Monaten konfrontiert werden wird: «Fera-t-il un tabac?», fragen die französischen Medien seit Wochen, «fera-t-il un carton?» Der Tabak hat nichts mit Rauch zu tun, sondern meint, in der Seemannssprache des 19. Jahrhunderts, einen plötzlich aufkommenden Sturm. Und mit dem Karton ist keine Verpackung gemeint, sondern eine Zielscheibe. Tabakieren und Kartonieren formulieren also aggressive Metaphern für das Abräumen.

Etwas von dieser Aggression bekommt der 44-jährige Komiker, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur bereits zu spüren: als Erfolgsdruck, dem sein neuer Film ausgesetzt ist. Diesen Druck hat Boon selber erzeugt, wenn auch zu seinem eigenen Erstaunen. «Bienvenue chez les Ch’tis» nämlich, seinen kleinen, vorletzten Spielfilm von 2008, haben in Frankreich über zwanzig Millionen Menschen gesehen; das ist fast ein Drittel der Bevölkerung. Bis dahin war Dany Boon, der eigentlich Daniel Hamidou heisst, einen algerischen Vater hat und in einfachen Verhältnissen aufwuchs, vor allem als Komiker aufgefallen, der mit seinen brillanten Einmannprogrammen die Säle füllte. Er gab den sympathischen Typen aus der nördlichen Provinz, wo die Leute komisch reden und mit den Vorurteilen der Restfranzosen leben müssen.

Aus diesen Erfahrungen machte Boon eine Komödie, und die machte ihn zum Multimillionär. Sowohl Genre wie Erfolg stellten gleichzeitig sicher, dass «Bienvenue chez les Ch’tis» nur einen einzigen «César» bekam. Denn wie gut kann ein Film sein, der so vielen Leuten gefällt?

Die grosse Maschine

Ähnlich herablassend waren auch die Erstkritiken in der seriös sich gebenden Presse ausgefallen. Sie sprach bestenfalls von einer «sympathischen Komödie aus dem Norden» oder grad von einer «Nullnummer», die «guten Willen zeigt, aber kein Kinoerlebnis bietet». Dieselben Zeitungen werfen Dany Boon jetzt vor, sein neuer Film sei viel weniger gelungen als sein letzter, da leer und müde. «Rien à déclarer», bilanziert «Le Monde», lasse «jede komische Grazie» vermissen.

Und was sagt der Nicht-mehr-so-Grazile? Er sagt, dass ihn die ganze Aufregung nur störe, weil sie ihn von seiner Arbeit ablenke. «Ich mag diese grosse Maschine nicht, die um mich herum angelaufen ist», sagte Boon kürzlich in einem Interview. Denn ihn interessiere nur das Schreiben und Filmen, die Arbeit mit den Schauspielern, die Dialoge, die Verbesserung am Drehbuch.

Gestern ist sein neuer Film in vielen Schweizer Kinos angelaufen. So viel vorweg: Nein, er ist nicht so wie sein letzter, sondern boshafter. Ja, er ist genauso wie sein letzter: Man muss immer wieder lachen.

© Tous droits réservés Tages-Anzeiger. Fourni par Tages-Anzeiger Archiv
Interview avec Julie Bernard
/ clapvideo
fr / 13/08/2012 / 9‘29‘‘

Interview avec Benoit Poelvoorde
Gilles Botineau / TF1
fr / 11/06/2012 / 9‘47‘‘

Video-Essay über Benoit Poelvoorde
/ ARTE
de / 04/07/2018 / 16‘19‘‘

Interview avec Dany Boon
Léa Salamé / Stupéfiant
fr / 08/01/2018 / 8‘46‘‘

Mit offenen Karten: Belgien
Alain Jomier / ARTE
de / 31/01/2008 / 10‘29‘‘

Données du filmo

Autres titres
Nichts zu verzollen DE
Nothing to Declare EN
Genre
Comédie
Durée
108 Min.
Langue originale
Français
Ratings
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ØVotre évaluation6,4/10
IMDB:
6,4 (12471)
Cinefile-User:
< 10 votes
Critiques :
< 3 votes

Casting & Equipe techniqueo

Benoît PoelvoordeRuben Vandevoorde
Dany BoonMathias Ducatel
Julie BernardLouise Vandevoorde
PLUS>

Bonuso

iVidéo
Interview avec Julie Bernard
clapvideo, fr , 9‘29‘‘
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Interview avec Benoit Poelvoorde
TF1, fr , 9‘47‘‘
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Video-Essay über Benoit Poelvoorde
ARTE, de , 16‘19‘‘
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Interview avec Dany Boon
Stupéfiant, fr , 8‘46‘‘
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Mit offenen Karten: Belgien
ARTE, de , 10‘29‘‘
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gPresse écrite
Critique Le Point
François-Guillaume Lorrain
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Critique L'Express
Eric Libiot
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Critique Le Monde
Jacques Mandelbaum
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Critique Süddeutsche Zeitung
Rainer Gansera
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Interview mit Dany Boon
kurier.at / N.N.
s
Porträt Dany Boon
Tages-Anzeiger / Jean-Martin Büttner
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