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The Guilty

Gustav Möller, Danemark, 2018o

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Une femme, victime d’un kidnapping, contacte les urgences de la police. La ligne est coupée brutalement. Pour la retrouver, le policier qui a reçu l’appel ne peut compter que sur son intuition, son imagination et son téléphone.

The Guilty est aussi bien écrit qu'extrêmement soigné techniquement, avec un travail sur le son notamment remarquable. Mais au fond The Guilty passe en fait 1h25 à patiemment construire puis déconstruire un personnage de flic complexe et fouillé, touche par touche, mot par mot, nuance par nuance.

Sylvestre Picard

Le premier film de Gustav Möller, 30 ans, est un concentré de stress sous amphètes. Jamais on ne quitte le centre d'appels, jamais on ne voit les victimes, jamais la caméra ne sort, et pourtant on est rivé.

François Forestier

Wenn es so etwas gibt wie Film gewordene Philosophie, dann ist der fulminante Erstling des Dänen Olaf Möller ein grandioses Beispiel dafür. Doch keine Sorge: Man braucht kein philosophisches Grundstudium, um in den Sog dieses Kammerspiel-Thrillers zu geraten. Möller konstruiert seine Geschichte um einen Polizisten in der Notrufzentrale, der Einiges vor seinen Kollegen zu verbergen hat und in einem Entführungsfall doch sein Bestes zu geben versucht, einfach unerhört clever. Nur schon, wie auf engstem Raum 85 Minuten lang mit dem Telefon, der Suggestivkraft von Stimmen und der akustischen Trennung einer einzigen Glasscheibe gespielt wird! Die Situation ändert sich von Minute zu Minute, bisweilen dramatisch, und zwingt uns zusammen mit dem Helden zu ständiger Neuinterpretation der Geschehnisse irgendwo da draussen in der Nacht. Und schliesslich dämmert uns, wie falsch wir Vieles verstanden und unwillkürlich willkürlich ergänzt haben, wie viele Vorurteile dabei im Spiel waren und welche verheerenden Fehlschlüsse wir daraus gezogen haben - wie im richtigen Leben, nur schneller, dichter, spannender.

Andreas Furler

Der dänische Regisseur Gustav Möller setzt auf packenden Minimalismus: Die Kamera bleibt in seinem Debüt stets in der Notrufzentrale. So ist der Zuschauer gezwungen, sich ein eigenes Bild vom Draussen zu machen, wenn Asger mit der Entführten spricht, deren verängstigte Tochter zu Hause beruhigt und einen Kollegen dazu bringt, in die Wohnung des Entführers einzubrechen. Ein virtuos inszenierter Thriller mit knackigem Finale.

Hans Jürg Zinsli

Der Polizist Asger (Jakob Cedergren) hat ein Ermittlungsverfahren am Hals, bis zur Klärung vor Gericht muss er Strafdienst bei der Notruf-Hotline machen. Durch den Hilferuf einer entführten Frau erwachen auch dort seine Jagdinstinkte, aber seine einzige Waffe ist das Telefon - der Film wird die Kommandozentrale nie verlassen. Wie man trotz dieser kühnen Beschränkung einen spannenden Thriller über schnelle Urteile, wahre und falsche Täter und die Qual der Schuld machen kann, zeigt der dänische Newcomer Gustav Möller ziemlich bravourös.

Tobias Kniebe

Galerie photoso

Télérama, 17/07/2018
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Libération, 17/07/2018
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Le Monde, 17/07/2018
© Tous droits réservés Le Monde. Fourni par Le Monde Archiv
15/10/2018
Ein Film, bei dem man seinen Ohren nicht trauen kann

Der Streifenpolizist Asger muss einen Strafdienst bei der Notrufzentrale leisten. "The Guilty" beginnt an seinem letzten Telefondienst-Abend. Der Film zeigt, welche Schuld daraus entsteht, wenn einer durch dramatische Umstände gezwungen wird, schnell zu urteilen und zu handeln.

De Tobias Kniebe 

Bläuliche Monitore in Reihen, rotblinkende Telefonanlagen, Fluchtlinien aus Neonleuchten an der Decke. Nirgendwo ein Schimmer von Tageslicht, nirgendwo ein Ausblick ins Freie. So sehen sie wahrscheinlich wirklich aus, die Notrufzentralen der Polizei. Und wenn man ehrlich von Gustav Möllers Film "Den skyldige / The Guilty" berichten will, sollte man hier wohl gleich mit der entscheidenden Information herausrücken - mehr Schauwerte hat dieser Film nicht zu bieten. Er wird seinen klaustrophobischen Schauplatz nie verlassen.

Das darf man so nüchtern festhalten, denn im Folgenden geht es darum, warum sich der Kinobesuch in dem Fall trotzdem unbedingt lohnt. Da ist, erstens, der interessante Protagonist. Der Streifenpolizist Asger, überzeugend und mit minimalistischer Intensität gespielt von Jakob Cedergren, hat im Dienst einen gewaltigen Fehler gemacht, der erst nach und nach enthüllt wird. Am nächsten Morgen steht ein Gerichtsverfahren an, das ihn vielleicht rehabilitieren wird, vielleicht aber auch nicht. Bis dahin muss er, und das nun schon seit Wochen, eine Art Strafdienst bei der Notruf-Hotline machen. Was eigentlich, wie er die anderen im Raum ausreichend hat spüren lassen, unter seiner Würde ist.

Und da ist, zweitens, die meisterhaft geschriebene und erzählte Story, die an Asgers letztem Telefondienst-Abend beginnt. Sie entfaltet ihre Wirkung fast ausschließlich auf der Ebene des Tons. Mit Stimmen am Telefon, die zittern, flehen, wüten, quälende Pausen machen, deren emotionale Nuancen mit jedem Anruf wichtiger und drängender werden. Und mit jenen schwachen Hintergrundgeräuschen, die sonst noch über eine Telefonverbindung kommen können, die man normalerweise kaum beachtet, die hier aber auf einmal entscheidende Bedeutung erlangen.

So sicher ist der Regisseur in seinem Spannungsaufbau und im Einsatz seiner Mittel - man mag kaum glauben, dass dies ein Spielfilmdebüt ist. Gustav Möller, ein 30-jähriger Schwede, der in Dänemark lebt und dort auch auf die Filmschule ging, hat bisher erst Kurzfilme und zwei TV-Serienfolgen inszeniert. Mit seinem Co-Autor Emil Nygaard Albertsen hat er reale Notrufe studiert - und die erstaunlichen Bilder, die im Kopf entstehen, während man sich in die Situationen dieser Gespräche hineinbegibt. Daraus ergab sich ihre Grundidee der totalen visuellen Beschränkung. Sie brachte "The Guilty" auf dem Sundance Festival im Januar bereits einen Publikumspreis ein - und im nächsten Frühjahr wird der Film Dänemark bei den Oscars vertreten.

So bestätigt sich einmal mehr die alte Beobachtung, dass das Kino von jeder Art der Selbstbeschränkung stark profitiert, wenn zugleich die Vorstellungskraft der Zuschauer angeheizt wird. Zu Stummfilmzeiten hat das schon Ernst Lubitsch gezeigt, der im entscheidenden Moment gern vor verschlossenen Türen stehen blieb, während drinnen entscheidende Dinge passierten. Die Dänen um Lars von Trier brachten vor mehr als zwanzig Jahren mit ihren selbstauferlegten Dogma-Beschränkungen neue Energie ins Weltkino. Und ganz aktuell gibt es neben diesem Experiment auch andere - erst kürzlich lief in den Kinos "Searching", der eine spannende Vermisstensuche nur über sich öffnende und schließende Text- und Videofenster auf Computerbildschirmen erzählte.

Die Stimme, die den Polizisten Asger nun in den Sog eines furchtbaren Dramas hineinzieht, gehört einer jungen Frau namens Iben. Das kann er auf seinem Monitor sehen, ebenso wie den ungefähren Standort ihres Mobiltelefons, dazu ihre Privatnummer und Privatadresse. Iben ist in einem Auto unterwegs, ihre Stimme klingt völlig aufgelöst, aber Asger spürt bald, dass sie nicht offen mit ihm reden kann. Ein Mann im Hintergrund gibt barsche Befehle, Iben dagegen tut so, als würde sie mit einem Kind telefonieren. Geistesgegenwärtig führt Asger die verstörte Frau durch einige Ja-oder-Nein-Fragen. Er erfährt, dass sie gerade in einem weißen Lieferwagen entführt wird.

Die sofort anlaufende Fahndung mit Streifenwagen auf der Autobahn ist allerdings nicht mehr seine Sache - und der Film zeigt, wie sehr es diesen berufsmäßigen Jäger quält, dass er in diesem Moment nicht draußen mitmischen kann. Doch auch das Telefon bietet ihm noch Möglichkeiten, wenn er die Protokolle seines Jobs ein wenig großzügiger auslegt: Er kann mit Ibens sechsjähriger Tochter zu Hause telefonieren und herausfinden, dass sie mit ihrem Babybruder allein gelassen wurde, ihr Vater aber, der jetzt woanders wohnt, die Mutter mitgenommen hat. Er kann dieser Tochter die Anweisungen geben, nach ihrem kleinen Bruder zu sehen - doch schon das wird sich als fataler Fehler erweisen.

Faszinierend ist, wie sich die Schlüsse, die Asgar aus seinen wenigen Informationen zieht, fast zwangsläufig aufdrängen - als Zuschauer stellt man dieselben Mutmaßungen an wie er, man hätte den Menschen am anderen Ende der Leitung in seiner Situation wohl auch ähnliche Hilfestellung gegeben. Asgar ist ein intelligenter Ermittler, wir denken in jeder Sekunde fieberhaft mit ihm mit, der Film vertraut dabei auch auf die Intelligenz seiner Betrachter.

Nur heißt das nicht, das seine und unsere Schlüsse damit richtiger werden: "The Guilty" zeigt, wie gefährlich es sein kann, den ersten Vermutungen zu folgen, welch neue Schuld daraus entsteht, wenn einer durch dramatische Umstände gezwungen wird, schnell zu urteilen und zu handeln. Ein Film also, in dem man im besten Sinn seinen Ohren nicht trauen kann, in dem jeder neue Anruf wieder unvorhersehbare Veränderungen mit sich bringt.

Mehr sollte nicht verraten werden, nur eines noch: Ohne dass Asgar es ahnt, wird Iben auf die seltsamste Art eine Führerin, die ihn im Laufe der Nacht zwingt, auch seine eigenen Lebenslügen immer schärfer in den Blick zu nehmen. Am Anfang wird aus Gesprächen mit Kollegen deutlich, dass Asgar einen lang abgesprochen Plan hat, wie er am nächsten Tag vor Gericht auftreten will, damit ihm in seiner Selbstsicherheit niemand etwas anhaben kann. Als er die Notrufzentrale am Ende des Films verlässt, wird von dieser Sicherheit nicht mehr das Geringste übrig sein.

© Tous droits réservés Süddeutsche Zeitung. Fourni par Süddeutsche Zeitung Archiv
17/10/2018
© Tous droits réservés Filmbulletin. Fourni par Filmbulletin Archiv
Critique du film
/ LCDC
fr / 22/07/2018 / 8‘59‘‘

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Reportage: Die Notrufzentrale der Polizei München
/ München TV
de / 30/11/2016 / 3‘10‘‘

Données du filmo

Titre original
Den skyldige
Genre
Policier/Thriller
Durée
85 Min.
Langue originale
Danois
Ratings
cccccccccc
ØVotre évaluation7,5/10
IMDB:
7,5 (34559)
Cinefile-User:
< 10 votes
Critiques :
< 3 votes q

Casting & Equipe techniqueo

Jakob CedergrenAsger Holm
Jessica DinnageIben
Omar ShargawiRashid
PLUS>

Bonuso

iVidéo
Critique du film
LCDC , fr , 8‘59‘‘
s
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SAG-AFTRA Foundation, en , 25‘24‘‘
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Caleb Hermann, en , 6‘56‘‘
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München TV, de , 3‘10‘‘
s
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