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Schellen-Ursli

Xavier Koller, Suisse, 2015o

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Dans l'idyllique Engadine, la fin de l'été approche. Ursli donne un coup de main à ses parents qui travaillent dur à l'alpage. Une profonde amitié le lie à Seraina, qui tout comme lui passe l'été dans le mayen voisin. A la désalpe, une partie de la récolte est perdue et contraint la famille de Ursli à s'endetter auprès du riche épicier du village. Devant céder Zila son chevreau à Roman, le fils du riche propriétaire du magasin, Ursli voit son petit monde s'effondrer. Mais quand en plus on veut lui donner la plus petite clochette pour le défilé de la Chalandamarz, Ursli s'engage dans une aventure téméraire pour récupérer en plein hiver la grosse cloche de vache accrochée au mayen.

Das nostalgische Kind in uns war ja ein bisschen misstrauisch. Es bestand jedoch gar kein Grund: Kollers Film hat Wärme und Schwung und bewahrt in seinen Bildern viel vom zeichnerischen Charme des Originals. Und nun läuft der Film schon ein Jahr in unseren Kinos. Herzliche Gratulation!

Christoph Schneider

Wunderschön sind die Schweizer Berge und herzig die Abenteuer des Ziegenhirten Schellen-Ursli (Jonas Hartmann). Xavier Koller filmt die legendäre Kindergeschichte wie eine Premium-Tour durch das Heimatkundemuseum. Alles Augenmerk gilt detailgenau rekonstruierten Kostümen und Kulissen aus Uromas Zeiten, sodass die Story vom gefahrvollen Leben in den Bergen (Lawinen, Wölfe, fieser Nachbarsjunge) in Postkartenbildern verpufft.

Rainer Gansera
SRF

Von wegen: Früher war alles besser! Der neue Schellen-Ursli besticht nicht nur mit dem spitzbübischen Charme des Kinderbuch-Klassikers. Der Film bietet darüber hinaus auch noch eine gesunde Portion Sozialkritik. Uorsin akzeptiert es nicht, als Schellen-Ursli gehänselt zu werden, nur weil seiner Familie das Geld für eine grössere Glocke fehlt. Im Grunde geht es hier also um die Weigerung eines stolzen Knaben, ein gesellschaftlicher Underdog zu sein. Hauptdarsteller Jonas Hartmann – der Sohn einer Bündnerin und eines Kurden – verkörpert diese Rolle perfekt. Der Zwölfjährige schwingt sich unter Xavier Kollers Fittichen zum grossen Sympathieträger für Kinder auf. Ein Schellen-Ursli frei vom Mief der Geistigen Landesverteidigung, der dem 1945 erschienenen Bilderbuch bis heute anhaftet.

Selim Petersen

Galerie photoso

Le Temps, 14/12/2015

De Antoine Duplan 

© Tous droits réservés Le Temps. Fourni par Le Temps Archiv
Tages-Anzeiger, 07/09/2015
Schellen-Ursli überzeugt auch als Film

Xavier Kollers Umsetzung des Kinderbuchklassikers ist heute der Presse vorgestellt worden – sie bietet Wölfe, Ziegen und zahlreiche Erinnerungen.

De Matthias Lerf 

Schellen-Ursli – wer erinnert sich nicht? – geht doch so: Der Bündner Bub hat eine zu kleine Glocke. Unter Lebensgefahr kämpft er sich hoch ins Maiensäss, wo eine grosse hängt. Dort übernachtet er, beschützt von Tieren. Die Eltern unten im Tal machen sich Sorgen. Aber am nächsten Tag ist er zurück, rechtzeitig zum Chalandamarz-Umzug, an dem der Winter ausgeläutet wird. Ende. Das ist viel als Bilderbuch, der Klassiker von Selina Chönz (Text) und Alois Carigiet (Illustrationen) erschien 1945 und steht bis heute in der Deutschschweiz in praktisch jedem Kinderzimmer. Aber es ist zu wenig als Film. Schellen-Ursli bekommt es deshalb auf der Leinwand mit einem raffgierigen Ladenbesitzer, einer herzigen Ziege und einem veritablen Wolf zu tun. Und das funktioniert gut.Realisiert wurde der Film von Xavier Koller (71), der als Regisseur zuletzt ein Abonnement auf Urschweizer Stoffe hat. Sein Schellen-Ursli trifft den Ton besser als die letzten Filme, er ist weniger kitschig als Die schwarzen Brüder und geradliniger erzählt als der Dällebach Kari. Kinder, und auch ihre Eltern, werden Freude haben, wenn der Film am 15. Oktober in den Kinos startet.

1964 gab es schon einen Kurzfilm

Genau genommen ist es nicht der erste Leinwand-Ursli. 1964 produzierte die Zürcher Condor Films einen 19-minütigen Kurzfilm nach dem Kinderbuch. Das war eine Auftragsarbeit des Verkehrsvereins Graubünden, der damit Werbung für die Schönheit des Engadins machen wollte. Auch die neue Version wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung aus Graubünden. Die Finanzierung des 5,6-Millionen-Franken-Projektes erwies sich als schwierig, ausserhalb der Deutschschweiz ist der Schellen-Ursli nahezu unbekannt.Also ja, die Schönheit des Engadins wird auch in dieser Version gepriesen. Hei, wie stiebt der Schnee in der Sonne, wie sind die Dörfer schmuck, die Schluchten tief. Aber es passt bestens in die Geschichte, die von drei Kindern getragen wird: Jonas Hartmann ist der Uorsin (wie Ursli im Original heisst), Julia Jeker seine Freundin Seraina und Laurin Michael der Widersacher Roman. Die Erwachsenen stehen nicht hintenan: Marcus Signer, eben noch der Berner «Goalie» in der Pedro-Lenz-Verfilmung, gibt den Vater mit veritablem Bündner Akzent. Und Leonardo Nigro spielt einen rothaarigen Bösewicht mit Genuss. Dazu sind Bündner Urgesteine wie Andrea Zogg und Tonia Maria Zindel zu sehen.

Erinnerungsblitze an das Kinderbuch

Das ist gut, aber das wirklich Bestechende am Film ist, wie die Zeichnungen von Alois Carigiet integriert werden: Da ist die Holztür aus dem Ursli-Haus, dort der schmale Steg über die Schlucht, hier die Marroni mit Nidle als Festessen. Das sind Erinnerungsblitze an das Buch – und damit an die eigene Kindheit. Die Kamera- und die Dekorationsabteilung haben wirklich ganze Arbeit geleistet. Und die Erzählung findet das richtige Tempo.Apropos Tempo. Schellen-Ursli wird sich sputen müssen, wenn er Mitte Oktober ins Kino kommt. Denn schon im Dezember bekommt er Konkurrenz aus dem eigenen Land. Dann startet die neue Version von Heidi. Wetten, dass es darin auch herzige Ziegen geben wird?

© Tous droits réservés Tages-Anzeiger. Fourni par Tages-Anzeiger Archiv
Neue Zürcher Zeitung, 13/10/2015
Schellen-Urslis Sprung auf die Leinwand

Regie-Altmeister Xavier Koller hat sich an den fast gleich alten «Schellen-Ursli»-Stoff herangewagt. Und siehe da: Dem Kinderbuchklassiker wird auf der Leinwand bemerkenswert viel Leben eingehaucht.

De Urs Bühler 

Muss nun auch dieser Kinderbuchklassiker noch eine Kinofassung erhalten? Das fragten sich viele, als bekanntwurde, dass sich das Schweizer Regie-Urgestein Xavier Koller an den «Schellen-Ursli» heranwage. 1945, im Jahr nach Kollers Geburt, wurden die Reime von Selina Chönz mit den fabelhaften Illustrationen von Alois Carigieterstmals publiziert. Seither ist die kleine Geschichte, in gut ein Dutzend Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft, zum berühmtesten helvetischen Kinderbuch nach dem mehrfach verfilmten «Heidi» geworden.

Nun kommt also auch der Bündner Bub zu seiner Leinwandpremiere, angerichtet mit grosser Kelle : Das für hiesige Verhältnisse hohe Filmbudget von über fünf Millionen Franken konnte mit einheimischen Geldquellen abgedeckt werden, da nebst den grossen Filmförderstellen auch der Kanton Graubünden in die Kasse griff und eine Ladenkette als Hauptsponsor auftritt. Der Preis dafür ist ein ziemlich präsentes Merchandising samt Schellen-Ursli-Lebensmittel-Linie.

Will der Film die Kosten wieder einspielen, muss er in einheimischen Kinos einschlagen, aber wohl auch im Ausland reüssieren (sicher gezeigt wird er in Deutschland und Österreich). Man schielt also auf einen breiteren Markt, und um es vorwegzunehmen: Das Ergebnis überzeugt. Es bietet beste Unterhaltung für Jung und Alt. Geriet Kollers Adaption von «Die Schwarzen Brüder» 2013 noch seltsam blutleer, so haucht er diesmal den Figuren Leben ein. Mit Koautor Stefan Jäger hat er einen packenden Plot zusammengesetzt, getragen von glaubwürdigen Dialogen. Wenngleich der Soundtrack mitunter etwas dick aufträgt, stimmt auch die Balance aus Dramatik, ruhigeren Szenen und Humor. Und Felix von Muralts Kamera fängt markante Bilder ein. Schon die Anfangssequenz, die uns mit opulenten Kamerafahrten in die Bergwelt eintauchen lässt, zeigt: Da wird nicht gekleckert.

Natürlich gibt die Originalgeschichte um Uorsin, der beim Verteilen der Glocken für Chalandamarz die kleinste Schelle erhält und auf eigene Faust ein mächtiges Exemplar vom Maiensäss holt, keinen abendfüllenden Plot her. Also wird sie ergänzt um Erzählmotive, zum Teil entliehen aus anderen Werken des Duos Carigiet/Chönz, und um holzschnittartige, aber amüsante Nebenfiguren wie den verschlagenen Dorfkrämer (Leonardo Nigro, mit sprühender Lust am Karikieren). Allgemein überzeugt die Besetzung, bis hin zu den von Bündner Nachwuchs verkörperten Kinderrollen. Der zwölfjährige Jonas Hartmann etwa ist ein glaubwürdiger Ursli, vom Bergschuh bis zur Zipfelmütze.

Puristen mögen monieren, am Urstoff werde tüchtig herumgeflickt. Manches, etwa die hinzufabulierte Freundschaft des Protagonisten mit einem Wolf, wirkt dabei arg forciert. Anderes fügt sich nahtlos ein. Guckt der Original-Ursli etwa beim Verteilkampf um die Glocken deshalb in den Mond, da er zu spät kommt, findet der Film einen komplexeren Kausalzusammenhang. Das eröffnet die Möglichkeit, einen Spannungsbogen zum Schlüsselmoment aufzubauen, als die heile Kinderwelt durch unverschuldete Demütigung ins Wanken gerät. Und indem dem verträumten kleinen Helden schliesslich bei der Talfahrt die gigantische Glocke als Schlitten dient, bahnt sich dieses frisch ersonnene Sujet den Weg ins kollektive Gedächtnis. Den haben Carigiets Kompositionen längst geschafft, die diverse Szenen unverkennbar inspirieren, ohne dass sie einfach kopiert werden. Bei Urslis Gang über die Hängebrücke hoch zum Maiensäss etwa klingen sie stark an, auf die zauberhafte Nachtszene mit neugierig wachenden Waldtieren vor der Hütte warten wir vergebens (hierfür hätte man wohl zu tief in die digitale Trickkiste greifen müssen).

Die Dorfszenen sind übrigens nicht in Guarda gedreht, sondern im Flecken Sur En – mit baulichen Eingriffen filmreif gemacht, samt exakt kopierter Frontansicht des Schellen-Ursli-Hauses. Die Zeit des Geschehens bleibt wie im Buch offen, ein richtiger Entscheid im Dienste einer allgemeingültigen Geschichte. So stellen wir fest: Das Buch ist zum Leben erwacht – wobei das in Abermillionen Kinderköpfen ja längst geschehen war.

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Swissinfo, 04/11/2019

De Isobel Leybold-Johnson 

© Tous droits réservés Swissinfo. Fourni par Swissinfo Archiv
Tagblatt, 01/10/2015

De Inge Staub 

© Tous droits réservés Tagblatt. Fourni par Tagblatt Archiv
"Schellen-Ursli" (Kurzfilm, 1964)
/ Condor Films
de / 19/03/2015 / 17‘56‘‘

Interview mit Regisseur Xavier Koller
/ Kinowetter
de / 15/10/2015 / 08‘04‘‘

Interview mit Darsteller Jonas Hartmann
/ SRF
de / 11/01/2017 / 6‘18‘‘

Xavier Koller über seine Karriere und den "Schellen-Ursli"
Roger Schawinski / SRF
de / 01/11/2015 / 26‘11‘‘

Drehbericht
/ Südostschweiz
de / 06/02/2015 / 3‘02‘‘

Données du filmo

Autres titres
Une cloche pour Ursli FR
A Bell for Ursli EN
Genre
Enfants/Famille
Durée
100 Min.
Langue originale
Suisse allemand
Ratings
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ØVotre évaluation6,8/10
IMDB:
6,8 (250)
Cinefile-User:
< 10 votes
Critiques :
< 3 votes

Casting & Equipe techniqueo

Jonas HartmannUrsli
Julia JekerSeraina
Laurin MichaelRoman
PLUS>

Bonuso

iVidéo
"Schellen-Ursli" (Kurzfilm, 1964)
Condor Films, de , 17‘56‘‘
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Interview mit Regisseur Xavier Koller
Kinowetter, de , 08‘04‘‘
s
Interview mit Darsteller Jonas Hartmann
SRF, de , 6‘18‘‘
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Xavier Koller über seine Karriere und den "Schellen-Ursli"
SRF, de , 26‘11‘‘
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Drehbericht
Südostschweiz, de , 3‘02‘‘
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gPresse écrite
Critique Le Temps
Antoine Duplan
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Critique Tages-Anzeiger
Matthias Lerf
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Critique Neue Zürcher Zeitung
Urs Bühler
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Über das berühmte Kinderbuch "Schellen-Ursli"
Swissinfo / Isobel Leybold-Johnson
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Bericht zur ersten Verfilmung vom Schellen-Ursli
Tagblatt / Inge Staub
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