The Drama
Kristoffer Borgli, USA, 2026o
Dans les jours précédant leur mariage, un couple est confronté à une crise lorsque des révélations inattendues font dérailler ce que l'un d'eux pensait savoir de l'autre.
Nach seinem amerikanischen Durchbruchsfilm Dream Scenario hat es der vierzigjährige norwegische Autorenfilmer Kristoffer Borgli geschafft, auch seinen neuen Film mit dem aktuellen US-Trendsetter-Studio A24 zu drehen und diesmal gar mit zwei der kassenträchtigsten jüngeren amerikanischen Stars zu besetzen. Zendaya und Robert Pattinson spielen ein Paar, das keinen Aufwand für eine möglichst perfekte Hochzeit scheut: endlose Fotoproben, DJ- und Blumenplanung, wochenlanges Feilen an Reden und für den Brauttanz eine einstudierte Choreografie. Es versteht sich bei dieser als loses Rückblenden-Potpourri gebauten Exposition über zwei perfektionistische Grünschnäbel von selbst, dass sich ein Abgrund unter dem zwanghaften bürgerlichen Bilderbuchglück auftut. Nach dem alkoholreichen Degustieren des Hochzeitsmenüs mit den Trauzeugen gesteht die Braut eine Jugendsünde, die alle so sehr verstört, dass die Trauzeugin den Bettel hinschmeisst und der Bräutigam in eine schwere Krise schlittert. Das resultierende Drama bis zum Festtermin, an dem partout festgehalten wird, schlingert unabsehbar – und gerade deshalb auch reizvoll – zwischen ernsthafter Psychokiste und dunkler Komödie und offenbart dabei gleichermassen Stärke und Schwäche von Borglis «High-Concept»-Dramaturgie: Die eine zentrale Idee der besagten Jugendsünde erlaubt es, die Eskalations-Logik nach Lust und Laune voranzutreiben. Gleichzeitig bleiben die Figuren unausgelotet und das eigentliche Thema, dass sich das heiratswillige Paar im Grunde kaum kennt, unterentwickelt. Das junge Zielpublikum des Films wird das kaum stören, und spätestens bei der grandios aus dem Ruder laufenden Hochzeitsfeier dürften auch gesetztere Zeitgenoss:innen Borglis wilden Genremix wieder in vollen Zügen geniessen.
Andreas FurlerGalerie photoso
