r The Gold Rush
Charlie Chaplin, USA, 1925o
Alaska, hiver 1898. Des aventuriers venus des quatre coins du monde affluent à la recherche d'or, à l'instar de Charlot le vagabond, qui ne cadre pas du tout avec cette bande de durs à cuire. Pour échapper à la tempête de neige, il se réfugie dans une cabane appartenant au hors-la-loi Black Larson. C'est là que la neige fait débouler le naïf Big Jim, qui a découvert un filon d'or – mais où? Le destin conduit Charlie dans la ville des chercheurs d'or. Ce n'est toutefois pas l'or qui l'attire, mais Georgia, la belle danseuse du saloon haut en couleurs.
Die Nachricht von sagenhaften Goldfunden zog in den späten 1890er Jahren rund 100'000 Glücksritter nach Nordkanada und Alaska, viele von ihnen für den arktischen Winter so schlecht gerüstet, dass nur rund ein Drittel die Schürfgebiete überhaupt erreichte. Wenn wir den ewigen Tramp Charlie am Anfang von The Gold Rush (nach einem erstaunlich realistischen Prolog) in seinem üblichen Outfit in Alaska ankommen sehen, so hat das symbolisch also durchaus seine Richtigkeit.
Wir erleben den Chancenlosen, doch nie Verzagenden orientierungslos in der Schneewüste, zusammen mit einem finsteren Banditen und einem tumben Riesen erbärmlich frierend und hungernd in der Hütte, später als jämmerliche Randfigur im Wildwest-Saloon, wo ihn die Tänzerin Georgia nur verspottet und bestenfalls bemitleidet. Nie war der Tramp ein ärmerer Tropf, nie schickte er sich stoischer in sein Schicksal, nie brauchte er später wieder so viel Hollywood-Zauberei, um doch noch zum Liebesglück und ausnahmsweise gar zum grossen Geld zu kommen.
Das Publikum und die Kritik vor hundert Jahren waren von Chaplins erster wirklich abendfüllender Tragikomödie und ihrer Verzahnung von Slapstick und Sentimentalität hingerissen. Auch wenn sie aus heutiger Sicht eher wie drei mässig verfugte Kurzfilme wirkt und die reale Distanz von 3000 Meilen zur Realität des Goldrausches unübersehbar ist, so bleiben doch unvergessliche Szenen wie das Verspeisen des eigenen Schuhs, das vergebliche Warten auf die Liebste am Silvesterabend und der Kampf gegen die Schwerkraft in der Hütte am Abgrund. Chaplin hat uns das Hoffen aufs Glück wider jede Vernunft gelehrt. Das vergessen wir ihm nie.
Andreas Furler
