r L'avenir
Mia Hansen-Løve, France, 2016o
Nathalie est professeur de philosophie dans un lycée parisien. Passionnée par son travail, elle aime par-dessus tout transmettre son goût de la pensée. Mariée, deux enfants, elle partage sa vie entre sa famille, ses anciens élèves et sa mère, très possessive. Un jour, son mari lui annonce qu’il part vivre avec une autre femme. Confrontée à une liberté nouvelle, elle va réinventer sa vie. (TMDB)
Man würde ein Werk der französischen Regisseurin Mia Hansen-Løve («Un amour de jeunesse», «Eden») mittlerweile mit einem halboffenen Auge erkennen, derart auffällig ist ihr fliessender Rhythmus der Aussparungen: Besonders durch das, was er überspringt, verdichtet sich der Film zum Porträt einer Frau des Geistes, die auf undramatische Art ein Lebensdrama erlebt. Alltägliche, klug gesetzte Szenen sind das, ein ideales Umfeld für Isabelle Hupperts subtiles Spiel der Widersprüche -- und für die leichten Veränderungen von Stimmung. Eine nicht unwichtige Rolle spielt Schopenhauer.
Pascal BlumNathalie (Isabelle Huppert) erlebt etliche Krisen in Beruf und Familie. Was kommt also, wenn einem mitten im Leben die Dinge zwischen den Fingern zerrinnen? Die Antwort in Mia Hansen-Løves Film lautet: Man mache sich keine Illusionen, dass etwas besser werde - auch nicht in der Politik. Bei so viel Desillusion kommt freilich nicht mehr viel. Für die Politik ebenso wenig wie für das Kino.
Philipp StadelmaierGalerie photoso



